Vom Chaos in die Ordnung – unsere acht Strukturtipps – 

Wie geht es weiter? Wie soll ich das bloß alles schaffen? Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll und ich weiß auch nicht, welche meiner Aufgaben am dringendsten sind. Wenn du dir auch häufig die Frage stellst, „wie machen das bloß die anderen?“ und jeden Tag neue Informationen und Projekte auf dich zukommen, die Liste immer länger wird: Dann geht es dir aktuell so wie vielen. Was ist deshalb JETZT zu tun?

Um in diese Fragen und Gedanken Ordnung zu bringen, bedarf es Struktur, Fokussierung und Konzentration, die täglichen Herausforderungen und Aufgaben effektiv und erfolgreich meistern zu können. Aus den vielen Gesprächen mit unseren Kunden verschiedener Branchen erkennen wir einen großen Bedarf für neue Ordnung und Struktur. Das Gefühl der Überforderung, den oftmals gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben, dem vollen Terminkalender und der Tatsache, keinen Überblick mehr zu haben, steht oft im Mittelpunkt. Die Frage stellt sich, wie ich mit all diesen Aufgaben klarkomme.

Es ist also an der Zeit, wieder „in Ordnung“ zu kommen.

⇒ Die gute Nachricht: Aus Chaos kann immer Ordnung werden – Das ist Gesetz!

Unser Gehirn strebt immer danach, Ordnung und Struktur zu schaffen. Schon seit jeher gehören Chaos und Ordnung wie zwei sich anziehende Pole zusammen, die unterschiedlicher nicht sein können.

⇒ Die Voraussetzung, um Ordnung schaffen zu können, ist das vorhergehende Chaos. 

Schon Friedrich Nietzche schrieb: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Er erkannte, dass etwas wirklich Neues nur aus einem Durcheinander kommen kann, welches eine wirkliche Neuordnung zulässt und was am Ende glänzen kann. (Quelle: Judo Kata: Trainingsmethoden, Geschichte und Geschichten, André Hürlimann)

⇒ Die Abfolge Chaos-Ordnung-Chaos hilft uns also, immer wieder in die Neuordnung zu gelangen.

Ella´s Geschichte macht es eindrücklich: Ordnung muss sein

Ella saß in ihrem Kinderzimmer und spielte als Mama hereinkam und nach dem Rechten sah.
»Du meine Güte, wie sieht es denn hier aus?«
Ella sah genervt zu Mama und sagte kein Wort. Sie wusste schon, was jetzt kommen würde.
»Dein Zimmer ist ein Schlachtfeld. Hier sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Da bekommt man ja keinen Fuß mehr auf den Boden, ohne sich die Beine zu brechen.«
Das war der Moment, den Ella am meisten hasste. Jetzt würde sie bestimmt wieder ihr Zimmer aufräumen müssen. Dabei fand sie es gar nicht so schlimm. Immerhin wusste sie genau, in welcher Ecke welches Spielzeug lag. Und wenn sie mal zur Toilette musste, konnte sie sich einfach einen Weg zur Tür frei räumen.
»Jetzt ist es erstmal vorbei mit Spielen, mein kleines Fräulein.«, schimpfte Mama weiter. »Jetzt räumst du erstmal auf und sorgst für Ordnung.«
Mama seufzte.
»Manchmal möchte ich wissen, was alles in deinem Kopf vorgeht. Da drin ist es bestimmt genauso unordentlich wie in deinem Zimmer. In deinen Gedanken musst du auch mal Ordnung bringen, sonst wird das mit dem Rest eh nie was werden.«
Dann verschwand Mama wieder in ihre ordentliche Welt des Wohnzimmers und schloss die Tür hinter sich.
Zwei Stunden später öffnete sich die Tür wieder. Mama sah erneut ins Kinderzimmer und seufzte erneut. Es hatte sich nichts verändert. Noch immer war der gesamte Fußboden mit Spielzeugen übersät.
Na ja, eine Sache hatte sich schon verändert. Ella saß nicht mehr inmitten des Chaos und spielte. Stattdessen hatte sie auf ihrem großen, gemütlichen Sessel Platz genommen, die Augen geschlossen und summte leise eine kleine Melodie vor sich hin.
»Was machst du denn da?«, fragte Mama sauer. »Ich dachte du sorgst für Ordnung. Und nun sitzt du nur faul da rum?«
Ella öffnete grinsend die Augen.
»Ich bin nicht faul. Ich sorge gerade für Ordnung in meinen Gedanken. Bevor ich mit meinem Kopf nicht fertig bin, wird das eh nichts mit meinem Zimmer. Das hast du selbst gesagt.«
Dann schloss sie ihre Augen wieder und summte weiter vor sich hin.

(c) 2018, Marco Wittler

8 Strukturtipps für dich 

Wie Ella in dieser Geschichte, die erst ihre Gedanken in Ordnung bringt, bevor sie sich an das Aufräumen macht, ist es hilfreich, den Berg an Aufgaben, Projekten und Abgabeterminen zu sortieren. Damit du wieder „in Ordnung“ kommst, haben wir für dich acht Strukturtipps zusammengestellt:

  1. Suche dir eine große Fläche; vielleicht die leere Schreibtischplatte oder der Boden deines Büros
  2. Notiere auf großen Zetteln (ab A4 oder A3) alle Themen & Aufgaben, die gerade in deinem Kopf sind und lege diese auf die große Fläche
  3. Beginne nun die Zettel in folgende Kategorien einzuteilen: DRINGEND, WICHTIG, HAT ZEIT (am besten schreibst du diese drei Kategorien jeweils auf einen Zettel, um die Themen dann darunter einzuordnen)
  4. Sortiere dann innerhalb der Kategorien die Aufgaben nach 1,2 und 3 (auch hier ist es ratsam, die Zahlen vorab auf Zetteln notiert zu haben)
  5. Wenn du alles entsprechend sortiert hast, mache ein Foto davon
  6. Starte mit Punkt 1 aus der Kategorie DRINGEND
    • Unser Tipp: sei dabei fokussiert und konzentriert; lasse dich nicht ablenken;
  7. Wenn du mit dieser Aufgabe fertig bist, kannst du entweder mit Aufgabe 2 aus dieser Kategorie weitermachen oder du machst mit Nummer 1 der Kategorie WICHTIG weiter
  8. In der Kategorie WICHTIG hast du die Möglichkeit zu überlegen, an wen du ggf. die Aufgabe/ das Projekt übergeben bzw. in deinem Team aufteilen kannst

Wir wünschen dir viel Freude und Erfolg dabei, wieder „in Ordnung“ zu kommen.

Herzliche Grüße

Wiebke Anton und Ina ten Doornkaat